Der separate Tarifvertrag für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes der Bundesländer ist ein weiterer Schritt zur Dezentralisierung und Differenzierung der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst. Dass jedes Bundesland die spezifischen Arbeitszeitvereinbarungen selbst kündigen kann, dürfte zu mehr Konflikten und Streitigkeiten führen. In den letzten Jahren haben die Regierungen der Bundesländer eine führende Rolle dabei gespielt, die traditionelle deutsche Praxis in Frage zu stellen, einen allgemeinen Rahmenvertrag für alle öffentlichen Bediensteten auf nationaler, staatlicher und lokaler Ebene auszuhandeln. 2003 nahm TdL die Landesregierungen aus dem Tarifvertrag für Weihnachts- und Urlaubsgeld (DE0306202N) des öffentlichen Sektors heraus. Im Mai 2004 kündigte der Verband die Vereinbarung über die Arbeitszeit, die die durchschnittliche Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden festlegte. Nach der Verlängerung der Arbeitszeit für Beamte, die nicht unter den Rahmentarifvertrag fallen, haben mehrere Staaten einseitig die Wochenarbeitszeit für neue Beschäftigte auf 40 bis 42 Stunden verlängert. Das Land Hessen hatte bereits 2004 auf die Mitgliedschaft in der TdL verzichtet und mehrere andere Bundesländer kündigten an, dies in Zukunft tun zu wollen. 2005 zog sich TdL vollständig aus dem gemeinsamen Verhandlungstisch von Bund, Ländern und Kommunen zurück und lehnte die Zustimmung zum neuen Allgemeinen Rahmenvertrag (De0503203F) ab. Der Tarifvertrag gilt für den Zeitraum vom 1.

November 2006 bis zum 31. Dezember 2009. Dennoch erlauben Öffnungsklauseln den Bundesländern, bestimmte Vereinbarungen zu einem früheren Zeitpunkt einzeln zu kündigen und neu auszuhandeln. Das am meisten umstrittene Thema in diesem Abkommen betrifft die wöchentlichearbeitszeitsRegelung, die ab dem 1. November 2006 in Kraft treten wird; diese können auf regionaler Ebene (Landesbezirk) frühestens zum 31. Dezember 2007 annulliert werden. In Ostdeutschland soll die Wochenarbeitszeit in diesem Sektor auf 40 Stunden pro Woche festgelegt werden. In Westdeutschland wird die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von jedem Bundesland festgelegt, das die Wochenarbeitszeit auf der Grundlage eines Durchschnitts der tatsächlichen und der kollektiv vereinbarten Arbeitszeit in diesem Bundesland berechnet. Laut ver.di schwankt damit die durchschnittliche Wochenarbeitszeit, die von durchschnittlich 38,7 Stunden in Schleswig-Holstein am unteren Ende der Skala bis zu 39,73 Stunden in Bayern am höchsten Ende reicht. Mehrere Monate liefen die Verhandlungen parallel zu denen der kommunalen Arbeitgeberverbände der Bundesländer. Nach der gescheiterten Einigung forderte ver.di im Februar 2006 Arbeitskampfmaßnahmen, die zeitgleich mit dem Beginn der Streikaktionen auf kommunaler Ebene (DE0605019I) anstehen. Das Hauptziel der Gewerkschaft war es, die normale Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden zu verteidigen; Umgekehrt forderte TdL eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden.

Ab dem 1. Januar 2007 werden zusätzliche jährliche Zahlungen im Zusammenhang mit der individuellen Leistung eingeführt. Leistungsbezogene Zahlungen sollten mindestens 1 % der Gesamtlohnsumme eines öffentlichen Arbeitgebers ausmachen und schrittweise auf 8 % der Gesamtlohnsumme ansteigen. Im Mai 2006 einigten sich die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft und der Arbeitgeberverband der Länder auf einen neuen Tarifvertrag für Beschäftigte im öffentlichen Dienst in fast allen Bundesländern.